Ein Winter mit Corona

Die Corona-Verordnungen haben die Wintersaison im Instandhaltungswerk Leverkusen-Opladen natürlich geprägt. Trotz veränderter Arbeitsbedingungen und punktueller Probleme durch die verordneten Maßnahmen können wir unter dem Strich aber dennoch von einem Winter mit erfreulicher Auslastung berichten.

Eine Wintersaison wie keine andere zuvor. Nahezu ein Jahr lang bestimmen die Corona-Maßnahmen das öffentliche Leben und die Arbeit in den Betrieben. Niemand kann sich den Auswirkungen entziehen. Viele versuchen dennoch, das Leistungsniveau so hoch wie möglich zu halten. Zu diesen gehört auch das Instandhaltungswerk Leverkusen-Opladen der Deutschen Plasser. Eine Vielzahl der verordneten Maßnahmen ist hier auf den ersten Blick sichtbar: Man arbeitet mit FFP2-Schutzmasken, achtet auf den Abstand von 1,50 m, und der regelmäßige Gang zum Händewaschen oder zu den Desinfektionsmitteln ist obligatorisch.

Digitalisierung macht enorme Fortschritte

Nicht auf den ersten Blick zu sehen, aber langfristig wohl noch prägender sind die Neuerungen, die der Digitalisierungsschub mit sich bringt. Video-Konferenzen anstelle von persönlichen Treffen und den damit verbundenen Reisen sind mittlerweile Standard. Das „papierlose Büro“, von dem jahrelang nur gesprochen wurde, wird jetzt Realität. Immer mehr Informationsflüsse laufen über Apps und digitale Infoboards, und diese digitalen Kanäle werden nun blitzschnell zu integrierten Systemen vernetzt.

Schon vorhandene digitale Systeme werden noch umfassender genutzt. Speziell in Leverkusen-Opladen betrifft dies zum Beispiel das ERP-System, dessen Funktionspotenzial nun immer stärker ausgeschöpft wird. Gesamte Aufträge werden darin mittlerweile abgebildet, die Arbeitszettel kommen automatisch aus dem System, und die Abgleichung mit der Einsatzplanung erfolgt ebenfalls schon automatisch.

Komplexere Aufträge bestimmen das Bild

Für unser Instandhaltungswerk Leverkusen-Opladen kommt diese Entwicklung zum richtigen Zeitpunkt. Denn sie schafft optimierte Voraussetzungen, um Großprojekte strukturierter und damit effizienter umsetzen zu können. Und genau diese Großprojekte prägten schon in diesem Winter das Bild in der Halle  

Gabriele Plotka übernahm im März 2021 die Leitung des Werks. Sie ist durch ihre einschlägigen Erfahrungen, die sie u.a. bei der DB sammeln konnte, prädestiniert, diese nächsten Entwicklungsschritte des Werks mitzugestalten. „Die Zentralisierung der Zulassungs-Abwicklung innerhalb der EU ist ohne Zweifel ein Fortschritt auf lange Sicht. Im Endeffekt sollte die Vereinheitlichung dieses Prozesses Vorteile für alle Beteiligten bringen. Mittelfristig sind die Bahnbauunternehmen dadurch allerdings insofern gefordert, als es – zumindest vorerst – deutlich länger dauert, bis Neumaschinen zugelassen werden. Für uns in Leverkusen-Opladen wird das daran sichtbar, dass unsere Kunden oft aus Zeitgründen dazu neigen, ältere Maschine eher modernisieren zu lassen, als neue Maschinen anzuschaffen. Wobei der Kostenfaktor natürlich zur zusätzlichen Motivation für eine Generalüberholung oder ein Retrofit werden kann.“

Große Überholung für BAM-Maschine 08-275/4ZW

Ein gutes Bespiel für Projekte dieser Größenordnung sind die Arbeiten an der selbst verladbaren und zyklisch arbeitenden Plassermatic 08-275/4ZW der niederländischen Firma BAM Infra Rail bv. Das Unternehmen setzt seit Jahrzehnten auf die Zusammenarbeit mit der Deutschen Plasser, insofern ist es ein durchaus übliches Bild, eine BAM-Maschine in der Halle in Leverkusen-Opladen zu sehen. Allerdings ist die Größenordnung des Auftrags bemerkenswert, handelt es sich doch um eine Überholung, die in vielen Bereichen den Charakter eines Retrofits besitzt.

An der 20 Jahre alten Maschine wurde in Leverkusen-Opladen bereits vor 8 Jahren eine Revision durchgeführt. Seit Mitte Januar 2021 steht die Maschine nun wieder in der Halle und wird jetzt von Grund auf überarbeitet. Andreas Tamm, zuständiger Werkstattmeister für das Projekt: „Nach 20 Einsatzjahren ist es klar, dass alle Teile der Maschine grundsätzlich überprüft und bestimmte Komponenten erneuert werden müssen. Dabei kann es vorkommen, dass über die geplanten Arbeiten hinaus auch noch andere Mängel sichtbar werden. So stellte sich hier u.a. heraus, dass die Gehäuse des Hydrauliktanks und des Dieseltanks eingerissen waren und deshalb geschweißt werden mussten. Ebenfalls mussten wir Risse im Fahrzeugrahmen durch Reparaturschweißungen instand setzen. Auch die Träger für die Zwischendächer mussten erneuert und am Hauptrahmen neu angeschweißt werden.“

Vom neuen Motor bis zum neuen Smart ALC

Abgesehen von der Behebung dieser nachträglich festgestellten Mängel gab es bei der Auftragsvergabe schon eine beachtliche Liste an geplanten Maßnahmen. Dazu zählte u.a. der Einbau eines neuen Dieselmotors, die komplette Erneuerung der Hydraulikschläuche und elektrischen Verkabelung, die Revision der Drehgestelle, die Überholung der Stopfaggregate, der Umbau der Fahrzeugbeleuchtung auf LED und der Neuaufbau der Kabinen. Zu diesen Arbeiten kam noch der Einbau eines neuen Automatischen Leitcomputers Smart ALC.

Die Zulassung bleibt erhalten

Nach der Auslieferung wird die überholte 08-275/4ZW ohne Zeitverzögerung wieder im Einsatz sein. Werksleiterin Gabriele Plotka: „Trotz der umfassenden Arbeiten behält die BAM-Maschine die Zulassung und kann von Leverkusen-Opladen direkt auf die nächste Baustelle fahren. Dieser Aspekt ist mir auch in diesem Fall besonders wichtig. Denn er ist einer der großen Vorteile, die wir unseren Kunden gerade im Rahmen so großer Projekte bieten können.“