Neue Wege in Leverkusen

Volle Auslastung in der Wintersaison. Zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsprozesse. Und mit Sven Peters ein neuer Werksleiter an Bord. Unser Instandhaltungswerk Leverkusen/Opladen ist hervorragend auf Schiene.

Auch diesen Winter konnte unser Team in Leverkusen/Opladen über mangelnde Arbeit nicht klagen. Die Halle war durchgehend gut ausgelastet und die Mitarbeiter mussten ganz schön rangehen, um die Aufträge termingerecht abzuwickeln. Als dann auch noch eine Grippewelle ausbrach, zeigte sich, dass auf dieses Team einfach Verlass ist.

Wechsel an der Spitze

Zum Jahreswechsel fiel für die Zukunft des Instandhaltungswerks eine richtungweisende Entscheidung. Dirk Thormann, der das Werk seit der Eröffnung im Sommer 2010 leitete und dessen kontinuierlich gute Entwicklung entscheidend mitgestaltete, verließ die Deutsche Plasser und wechselte zur DB Bahnbau Gruppe. Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal für seinen Einsatz bedanken und ihm alles Gute und viel Erfolg in seiner neuen Position wünschen!

An seiner Stelle übernahm am 1. Januar 2018 Sven Peters die Leitung. Sven Peters ist diplomierter Mechatroniker mit dem Spezialgebiet Schienenfahrzeuginstandhaltung, eine Qualifikation, die in Deutschland nur ganz wenige Fachleute besitzen. Er war 12 Jahre bei unterschiedlichen Firmen auf der ganzen Welt mit der Kompletterneuerung von Maschinen aus dem Hause Plasser & Theurer beschäftigt und bringt deshalb enorm wertvolles Praxis-Wissen ein. Seit Februar 2017 ist er bei der Deutschen Plasser als Produktionsingenieur tätig und seit Anfang dieses Jahres nun an der Spitze in Leverkusen/Opladen.

Kompetenz, Effizienz und Handschlagqualität

Befragt, mit welchen Ambitionen er seine neue Position übernahm, antwortete Sven Peters: „Mir sind zwei Dinge wichtig: Erstens möchte ich das Werk in dem Sinne weiterentwickeln, dass wir unseren Kunden noch mehr Kompetenz, Effizienz und Transparenz bieten können. Und zweitens möchte ich dabei ganz klar auf Handschlagqualität bauen. Partnerschaft heißt für mich nämlich, das man zuerst offen miteinander spricht und dann hält, was ausgemacht wurde. Nur so schafft man es, gemeinsam durch dick und dünn zu gehen.“

Klare Ansprechpartner für unsere Kunden

Zu den ersten Maßnahmen unter der neuen Leitung zählt die Einführung einer neuen Organisationsstruktur. Bestimmend dabei war einerseits die Idee, unsere Prozessabläufe klarer zu strukturieren und damit eine höhere Prozesseffizienz zu ermöglichen. Andererseits ging es aber vor allem darum, mehr Transparenz für unsere Kunden zu schaffen. Das bedeutet, dass unsere Kunden jetzt besser über die konkreten Leistungen Bescheid wissen und auch für jeden definierten Bereich klare Ansprechpartner haben.

Konkret wurden im Werk folgende Technologiebereiche eingerichtet:

  • Messtechnik und Elektronik
  • Führungseinrichtung, pneumatische Bremsanlage und Ü-Anlagen
  • Mechatronik und Inbetriebnahme
  • Mechanik und Hydraulik
  • Farbgebung
  • Drehgestelle, Radsätze und mechanische Bremsanlage
  • Schweißerei

Als neuer Werkstattbereich kam dazu die Aufarbeitung von Halbzeugen. Vergrößert wurden in diesem Zusammenhang die Bereiche Pendel- und Geberwerkstatt, Schweißerei und Elektronik.

Ausbildung von Fachleuten für neue Technologiebereiche

Die neue Organisation wird künftig auch unsere Ausbildungsstrategie ändern. Bisher wurden die Auszubildenden praktisch für alle Tätigkeitsbereiche des Werkes qualifiziert. Künftig werden wir vermehrt Spezialisten für die einzelnen Technologiebereiche ausbilden. Dadurch ist es möglich, das Kompetenzniveau der Mitarbeiter deutlich zu heben.

Digitalisierung der Arbeitsprozesse

Parallel zur neuen Organisation wurde auch eine Info Board-Software eingeführt. Dies heißt, dass wir damit die gesamte Informationskette von Lieferanten über die Beschaffung, die Produktion und den Vertrieb bis zu den Kunden erstmals digital darstellen können. Wir erhöhen damit noch einmal mehr die Transparenz in den Abläufen, weil die Arbeitsschritte nun noch deutlicher sichtbarer werden. Wir steigern aber auch unsere Flexibilität, weil Änderungen in den Abläufen auf Knopfdruck für alle Beteiligten sichtbar werden.

Bessere Orientierung für die Mitarbeiter unserer Kunden

Bekanntlich sind in Leverkusen/Opladen regelmäßig auch Mitarbeiter unserer Kunden an den Arbeiten beteiligt. Um diesen Mitarbeitern die Orientierung zu erleichtern, wurde die Halle jetzt in neue Zonen eingeteilt und entsprechend beschildert.

Wie Sven Peters ankündigt, wird es bei diesen Neuerungen allerdings nicht bleiben. Schon jetzt sind eine Reihe weiterer Maßnahmen geplant, die demnächst umgesetzt werden. Der neue Schwung im Instandhaltungswerk Leverkusen/Opladen wird also anhalten und dafür sorgen, unsere Kunden noch besser zu betreuen.

Bewegung in unserer Zertifikatlandschaft

  • Zertifikat „Schweißen von Schienenfahrzeugen und -fahrzeugteilen nach EN 15085-2“ mit der Zertifizierungsstufe CL1 nach DVS ZERT: Wir erfüllen alle damit verbundenen Anforderungen. Das Zertifikat gilt vom 6. Dezember 2017 bis 5. Dezember 2020.
  • Zertifikat nach ECM – VO 445/2011 als Instandhaltungserbringer: Wir haben 2017 das erforderliche Audit erfolgreich abgeschlossen und führen das Zertifikat bis 14. September 2021.
  • Der neue Werksleiter Sven Peters ist vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) zugelassener Sachverständiger nach §33 Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) für überwachungsbedürftige Anlagen:
  • Anlagen für brennbare Flüssigkeiten in Schienenfahrzeugen
  • Druckbehälteranlagen in Schienenfahrzeugen
  • Ex- und Batterieanlagen in Schienenfahrzeugen

Wir erhöhen dadurch auch in diesem Bereich unser Flexibilität entscheidend, weil wir damit unabhängig von externen Sachverständigen sind.

Revision RM 800 Super 3S

Zu den Auftrags-Highligths in diesem Winter gehörte die Revision der RM 800 Super 3S der Firma Hubert. Die Maschine kam am 6. November 2017 nach Opladen und verließ am 16. März 2018 wieder die Halle. Dabei zeigte erneut, wie wichtig sowohl die Größe als auch die Ausstattung der Halle in Opladen sind. Das Fahrzeug befand sich auf unserem 120 m langen Werkstattgleis 2 mit durchgängiger Arbeitsgrube. Mit Hilfe der zahlreichen 35 t Hebeböcken konnte die Maschine komplett angehoben und alle 11 Drehgestelle und Drehgestellbrücken gleichzeitig demontiert bzw. ausgefahren werden.

Folgende Arbeiten wurden durchgeführt:

  • Kooperative Revision und teilweise Instandsetzung nach Befund der 22 (Treib)-Radsätze und Radsatzgetriebe
  • Überprüfung der Ü-Anlagen (Luftbehälter/Dieseltank/Stickstoffspeicher und Makrofone) und pneumatischen Bremsbauteile
  • Aufarbeitung der Pumpenverteilgetriebe
  • Reinigung der Getriebe und Erneuerung von Getriebeteilen

Nach der Abnahme durch die DB am 13. März 2018 wurde die Maschine am 16. März 2018 zu Ihrem ersten Arbeitseinsatz abgeholt. Ein Servicemonteur und ein Facharbeiter der Deutschen Plasser Leverkusen begleiteten diesen Einsatz, der trotz Kälte und Schnee erfolgreich verlief. Bereits mit Ende Mai 2018 wurden mit der in Leverkusen/Opladen revisionierten RM 800 Super 3S wieder 40 km Gleis bearbeitet.