Ein persönlicher Ausblick

Ralf Lange im Interview

Ralf Lange wird zum 01.01.2018 die Geschäftsführung der Deutschen Plasser von Herrn Flatscher übernehmen. Er ist seit 2001 im Unternehmen und war zuletzt Technischer Leiter und Prokurist. Wir haben mit ihm über seine neue Aufgabe gesprochen.

Sie übernehmen zum 1. Januar 2018 die Geschäftsführung der Deutschen Plasser. Wie blicken Sie dieser neuen Aufgabe entgegen?

Mit Respekt, aber auch mit Vorfreude. Respekt, weil Herr Flatscher das Unternehmen über viele Jahre nachhaltig geprägt hat und es eine Herausforderung sein wird, ihm zu folgen. Vorfreude, weil ich viele Ideen habe, mit denen ich die Deutsche Plasser weiterentwickeln und fit für die Zukunft machen möchte. Herr Flatscher hinterlässt ein tolles Team, das wir zuletzt schon gemeinsam gestaltet haben, so dass ich diesen nächsten Schritt mit sehr viel Zuversicht mache.

Sie sind seit vielen Jahren bei der Deutschen Plasser. Welche Stationen haben Sie in dieser Zeit im Unternehmen durchlaufen?

Ich bin seit Juni 2001 im Unternehmen und begann als Leiter der Reparaturtechnik. Dabei hatte ich das große Glück, von erfahrenen Kollegen unterstützt zu werden, die mir in dieser Zeit eine große Hilfe waren. Hinzu kam, dass die Deutsche Plasser zeitgleich einen Rahmenvertrag mit der Deutschen Bahn zur Aufarbeitung von Stopfaggregaten geschlossen hatte. Ich bekam von Herrn Flatscher die Chance, die Werkstatt zu optimieren und zu vergrößern. Dies gelang mir auch, und ich konnte ein erstes Ausrufezeichen setzen.

Ein weiteres großes Projekt war die Einführung unseres ERP-Systems im damals neuen Instandhaltungswerk in Leverkusen-Opladen im Jahr 2010. In dieser Zeit verbrachte ich jeweils mehrere Tage pro Woche vor Ort und half, das System erfolgreich einzuführen und die Kollegen vor Ort in der Anwendung zu schulen.

Im Jahre 2012 wurde ich dann zum Technischen Leiter und zum Prokuristen ernannt. Ich durfte in dieser Zeit auch viele ausländische Niederlassungen der Plasser & Theurer-Gruppe, z.B. in den USA und Australien, besuchen und dort über den Ausbau der Aggregat-Überholung in München berichten. Dies war übrigens auch ein wichtiger Anstoß für die Entwicklung unserer Aggregataktion.

In welcher Form werden Ihnen diese bisherigen Erfahrungen in Ihrer neuen Aufgabe nützlich sein?

Ich konnte durch meine bisherigen Tätigkeiten sehr viele Bereiche des Unternehmens kennenlernen, viele davon ganz unmittelbar aus erster Hand. Dadurch habe ich ein gutes Verständnis über die Anforderungen, die sich uns in der Werkstatt stellen. Durch die technische Leitung und die enge Zusammenarbeit mit Herrn Flatscher konnte ich zudem viel Erfahrung im Managementbereich sammeln, die mir für meine neue Aufgabe eine große Hilfe sein wird.

Darüber hinaus habe ich gelernt, wie wichtig die Arbeit im Team ist. Jeder Einzelne hat eine wichtige Rolle in einem funktionierenden Ganzen, ohne die wir unsere Leistung nicht in der von uns gewohnten Qualität erbringen könnten. Ich durfte im Laufe der Jahre die Mitarbeiter der Deutschen Plasser sehr gut kennenlernen und freue mich auf die Arbeit mit diesem sehr motivierten und kompetenten Team.

Sie folgen Herrn Flatscher in dieser Position nach. Wenn Sie seine Tätigkeit Revue passieren lassen, welche Gedanken kommen Ihnen?

Herr Flatscher ist ein Visionär, der vieles im Unternehmen bewegt hat. Er hat Ideen, die so einige von uns als „verwegen“ erachtet haben, durchgezogen – und das mit großem Erfolg. Damit gelang es ihm, das vor seiner Zeit eher unauffällige Unternehmen in der Branche bekannt zu machen und die Marke „Deutsche Plasser“ positiv zu präsentieren.

Zwei Projekte stechen dabei besonders hervor, und ich möchte sie fast als sein Lebenswerk bezeichnen. Zum einen das Instandhaltungswerk in Leverkusen-Opladen, das heute einen wichtigen Baustein in unserem Leistungsportfolio darstellt. Zum anderen das Schulungszentrum in Bingen am Rhein, das vor kurzem als „PMC Rail“ in die Selbständigkeit entlassen werden konnte und nunmehr international und herstellerunabhängig agiert.

Welche Herausforderungen kommen Ihres Erachtens in den nächsten Jahren auf die Deutsche Plasser zu?

Unsere Branche ist in Bewegung. Neue Technologien und Arbeitsweisen werden mehr und mehr zum Tragen kommen. Ich denke da an das Schlagwort „Industrie 4.0“ mit allem, was dazugehört. Das geht Hand in Hand mit einem Generationswechsel – in unserem Unternehmen, aber auch bei vielen unserer Kunden. Mitarbeiter wie Geschäftspartner treten ihren Ruhestand an, und es kommen junge Menschen nach, die ihre Aufgaben anders angehen. Für viele von ihnen sind die Änderungen, die Industrie 4.0 mit sich bringt, selbstverständlich und sie gehen intuitiv damit um.

Wir stellen uns dieser Herausforderung, versuchen aber auch, das große Wissen der „alten Hasen“ im Haus zu halten. Wir haben daher schon frühzeitig einen Übergangsprozess eingeleitet, indem erfahrene und junge Mitarbeiter gemeinsam in Teams arbeiten und so voneinander profitieren können.

Dem Generationswechsel auf Kundenseite möchten wir durch eine noch größere Kundennähe als bisher Rechnung tragen. Wir möchten viele Gespräche führen und offene Ohren für die Wünsche und Bedürfnisse unserer Kunden haben. So können wir verstehen, wie wir ihnen noch besser zur Seite stehen können.

Wo möchten Sie Akzente setzen? Wo werden die Kunden der Deutschen Plasser Ihre Handschrift erkennen können?

Unser Hauptziel wird es auch in Zukunft sein, die größtmögliche Verfügbarkeit der Maschinen unserer Kunden sicherzustellen. Dazu arbeiten wir bereits an unserem 24-Stunden „Rund um die Uhr“-Service.

Generell möchten wir, wie bereits erwähnt, noch näher an unseren Kunden sein und noch mehr für diese da sein. Wir werden der zunehmenden Digitalisierung durch eine intensive Zusammenarbeit mit P&T Connected Rechnung tragen und haben hierfür einen Mitarbeiter bestimmt, der sich besonders um dieses Thema kümmern wird.

Mir ist es zudem, wie auch schon Herrn Flatscher, ein großes Anliegen, die Mitarbeiter zu unterstützen und zu fördern. Ich möchte ihnen Fortbildungen ermöglichen und damit sicherstellen, dass wir den angesprochenen Generationswechsel gut bewältigen, aber auch neue Dienstleistungen für unsere Kunden entwickeln können.

Nicht zuletzt ist es mir sehr wichtig, den persönlichen Kontakt mit unseren Kunden zu intensivieren und in einen engen Dialog mit diesen einzutreten. Wir möchten gemeinsam mit unseren Kunden erarbeiten, wie wir sie am besten dabei unterstützen können, die erwähnte größtmögliche Verfügbarkeit der Maschinen zu gewährleisten.

Vor diesem Hintergrund haben wir mit den jüngsten strukturellen Änderungen in der Vertriebsleitung wie auch in anderen Bereichen bereits die Weichen gestellt, und ich erwarte mir hier einen wichtigen Impuls für das gesamte Unternehmen.

Wo sehen Sie die Deutsche Plasser in zehn Jahren?

Das ist eine schwierige Frage, da wir gerade in den kommenden drei bis fünf Jahren sehr gefordert sein werden. Dieser Herausforderung stellen wir uns natürlich sehr gerne. Wenn ich weiter in die Zukunft denke, dann gehe ich davon aus, dass wir mit neuen Maschinentechniken arbeiten werden. Wer hätte vor fünf Jahren damit gerechnet, dass wir heute Maschinen mit Hybrid-Antrieb betreuen würden?

Wir werden in der Lage sein, High-Tech Maschinen ebenso wie Maschinen mit „guter alter Mechanik“ zu reparieren. Dies wird besondere Ansprüche an das Unternehmen stellen, aber ich bin zuversichtlich, dass wir das gut bewältigen werden.

Im Bereich des Personals gehe ich davon aus, dass wir den Generationswechsel und den damit verbundenen Wissenstransfer zu den neuen Mitarbeitern gut bewältigen werden. Das Unternehmen wird zudem hoffentlich ein so interessanter und attraktiver Arbeitgeber sein, dass wir dem erwarteten Fachkräftemangel gut begegnen können.

Ich erwarte, dass das Unternehmen weiterhin auf gesunden Beinen stehen und nachhaltig wachsen wird. Wir werden verstärkt mit Wartungsverträgen arbeiten und auch ECM und Digitalisierung 4.0 werden zentrale Bestandteile unserer Dienstleistung sein.

Wenn ich meinen Wunsch für das Jahr 2027 auf den Punkt bringe, dann hoffe ich, dass unsere Kunden froh sind, dass es die Deutsche Plasser gibt und dass wir die erste Adresse für Service in unseren Märkten sein werden!

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